Aufgepeppte RB Leipzig U23w gewinnt 1:0 gegen Carl Zeiss Jena II

RB Leipzig U23w -vs- Carl Zeiss Jena II

Na Mensch, das ist ja mal eine Überraschung! Da geht man zur zweiten Mannschaft der RB Frauen und bekommt fürs gleiche Geld (also ohne Eintritt) die erste Mannschaft geboten. Also zumindest zu großen Teilen. Denn das Spiel startete mit immerhin neun(!) Mädels der Zweitligamannschaft. Mit Maria Ebersbach und Laura Schubert kamen lediglich zwei nominelle U23-Spielerinnen zu einem Startelf-Einsatz.

Dass damit nicht jeder glücklich war, ist sicher nachvollziehbar. Schon vor zwei Wochen ging es hier darum, dass in der U23 die Stimmung derzeit nicht ganz so gut ist, die Motivation geringer, weil immer wieder Spielerinnen aus der ersten Mannschaft nach unten delegiert werden, um ihnen Spielpraxis zu geben. So verständlich das aus Gesamtvereinsicht sein mag, so wenig erbaulich ist das natürlich für den Nachwuchs.

Training, aber wofür?

Da trainiert nun also eine Mannschaft die ganze Woche, um am Spieltag nur auf der Bank zu sitzen und den Strafversetzten zuzuschauen. Kurzfristig mag das für die Zweitligamannschaft von Nutzen sein, man bleibt im Rhythmus, diejenigen, die nicht im Kader stehen, haben trotzdem ihre Einsätze. Und auch für die zweite Mannschaft ist das nicht dumm, wenn bei schwierigeren Aufgaben mehr Erfahrung auf dem Platz steht und so im Falle eines Aufstiegs der Ersten auch so platziert ist, dass die Chancen gut stehen, die U23 in Liga zwei bringen zu können. Aber langfristig?

Talentförderung bleibt auf der Strecke

Langfristig allerdings kann das natürlich dazu führen, dass sich talentierte Spielerinnen vom Verein abwenden und bei anderen Mannschaften ihr Glück suchen, wenn die Einsatzzeiten überschaubar bleiben. Ebenso dürfte sich auch der Nachwuchs schon früh überlegen, zu RB zu gehen, wenn man dann, wenn es ernst wird eventuell nur noch die Bank wärmen darf. Da ist zu hoffen, dass sich der Verschiebebahnhof im Laufe der Zeit wieder etwas normalisiert, dass nur ab und an einzelne Spielerinnen in die zweite Mannschaft geschickt werden.

Aber nun zum Spiel

Aber gut, es fand auch ein Spiel statt, konzentrieren wir uns also noch mal kurz darauf. Mit Carl Zeiss Jena II war ebenso der Nachwuchs zu Gast in Leipzig. Auch bei der Mannschaft, die letzte Saison noch unter FF USV Jena antrat spielt die erste Mannschaft in der zweiten Liga. Die Ergebnisse vorm Spiel waren fast ausgeglichen. Beide Mannschaften holten aus den ersten vier Spielen drei Siege. Während aber Leipzig noch ein Unentschieden erreichte und damit bisher ohne Niederlage startete, hatte Jena eine Niederlage gegen Magdeburg auf dem Zettel stehen. Aus diesem Spiel resultierten zwei von gerade einmal drei Gegentoren, womit die Mädels von Carl Zeiss bislang die beste Abwehr stellten. RB dagegen hatte vor der Partie bereits elf Treffer zu verzeichnen und damit gemeinsam mit Magdeburg den besten Angriff.

Ausgeglichen mit leichten Vorteilen für RB

Das Spiel war von Anfang an ziemlich knackig mit jeder Menge Zweikämpfen. Aber wie auch die Statistiken vorab vermuten ließen ziemlich ausgeglichen. Keine der beiden Mannschaften konnte sich nennenswerte Chancen herausspielen, die Defensive stand sowohl bei RB als auch Jena stabil. Für den geneigten Beobachter etwas verwirrend war, dass die Spielerinnen aus der ersten Mannschaft zum Teil andere Nummern hatten als sonst. Aber das war nicht von Bedeutung fürs Spiel. Klar. Mit einem 0:0 ging es in die Pause und es zeichnete sich bereits kurz vorm Halbzeitpfiff der erste Wechsel ab.

Verletzung führt zu Halbzeitwechsel

Wie erwartet kam zu Beginn der zweiten Halbzeit dann Lisa Pfretzschner für Maria Ebersbach in die Partie, die sich kurz vor der Pause an der eigenen Torauslinie im Zweikampf verletzt hatte. Das Spiel wogte weiter hin und her und wie bereits in Halbzeit eins fehlten auch jetzt die ganz zwingenden Chancen, wenngleich RB nun etwas druckvoller agierte und Jena noch weniger Chancen bekam. Defensiv standen die Thüringerinnen aber weiterhin sehr gut.

Wechselreigen

Nach und nach wurden noch Sophia Löser und Chiara Graf eingewchselt, für die Michelle Kiunke und Emy Bührig Platz machen mussten. Und wie aus dem Nichts war es dann in der 73. Minute die eingewechselte Sophia Löser, die in einem Kuddelmuddel im Jenaer Strafraum den Ball ins Tor köpfte und RB die lange ersehnte Führung bescherte. Ungläubige Freude auf dem Platz auf der einen, Ernüchterung auf der anderen Seite. Danach durften noch Lisa Reichenbach und Natalie Grenz etwas zeitig Feierabend machen. Für sie schickte Manuel-Kurt Kienitz Emilia Quietzsch und Lena Güldenpfennig für die letzten Minuten ins Rennen.

Spielbestimmend und vogelwild

Das Tor sorgte zunächst dafür, dass RB mehr Kontrolle über das Spiel bekam und noch weitere Chancen kreierte, allein der Ball wollte partout nicht ins Tor. Und so wurde es dann plötzlich in den letzten Minuten noch mal wild in der Leipziger Hälfte. Die Jenaerinnen gaben nicht auf und machten erneut Druck, dem die RB-Mädels nicht mehr ganz so geordnet etwas entgegensetzten. Trotzdem retteten sie die Führung über die Zeit und sind weiterhin punktgleich mit Magdeburg auf Platz zwei der Tabelle.

Fazit

Trotz etlicher Spielerinnen aus der ersten Mannschaft, taten sich die Mädels lange Zeit schwer, eine Lösung gegen defensiv gut stehende Jenaerinnen zu finden. Aber das ist nur verständlich, wenn man bedenkt, dass die Mannschaft nicht eingespielt sein kann. Das glückliche Tor sorgt am Ende trotzdem für drei Punkte. Und die nimmt man natürlich gern mit.

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Stein

Kam spät zum Fußball, versuchte sich dann im Texte verfassen bei den Männern. Mittlerweile Hauptaugenmerk auf den RB Frauen in Text- und vor allem Bildform. Findet, dass Frauenfußball allgemein sträflich vernachlässigt wird. Da muss sich was ändern!

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